| Die Gerdoren |
|
|
|
"Nun will ich Euch meine Erfahrungen über den Stamm der Gerdoren mitteilen, welcher in den kalten, unzugänglichen Nordbergen beheimatet ist ... Der Stamm der Gerdoren lebt in den kahlen, schroffen und eisigen Gebirgen des Nordens. In den Zeiten der großen Wanderung schlossen sich die Clans und Sippen zusammen, zogen in die Berge und nannten sich fortan Gerdoren, die Kämpfer der Berge. Sie vertrieben viele Orkhorden, welche sich in den Bergen eingenistet hatten. Die Sippen der Gerdoren wählten die Berge als ihre Heimat, da sie den Kontakt zu ihrem Ursprungsgebiet nicht ganz abreißen lassen wollten, zumal sie mit den anderen wandernden Clans und Sippen, aus denen später einmal die Stämme der Tarkarten und Brebonen entstehen sollten, in Fehde lagen und diese weiter nach Süden vertrieben. Die Gerdoren ließen sich anfangs in alten, verlassenen Tierhöhlen nieder, begannen aber schon bald, die Fertigkeiten des Bergbaus zu entwickeln. Auch erlernten sie den Abbau von Eisenerzen. Die Sippen der Gerdoren leben, wie bereits erwähnt, in teils natürlichen, teils selbst gebauten Höhlen. Da sie somit ein sesshafter Stamm sind, herrscht bei ihnen auch eine hohe Einigkeit. Die Clanhäuptlinge werden auf eine ähnliche Art und Weise bestimmt, wie das bei den Kirneten der Fall ist. Jedoch ist hierbei ebenfalls der Reichtum entscheidend, denn die Gerdoren unternehmen ebenso Raubzüge gegen unsere Grenzen, betreiben jedoch ebenso regen Handel mit uns, wie auch mit den Kirneten. Die Clanhäuptlinge wiederum ermitteln den Stammeshäuptling durch einen ähnlichen Wettkampf wie die Kirneten. Den höchsten Stand in der Gesellschaft der Gerdoren haben neben den Häuptlingen die Schamanen, Schmiede und Bergbaumeister. Die Schmiedekunst der Gerdoren ist nicht mehr ganz so rituell wie bei den Kirneten, denn sie haben erkannt, dass es mehr auf das handwerkliche Geschick als auf die Gunst der Götter ankommt. Von daher sind sie auch in der Lage, schwierige Dinge wie z.B. Meißel, Hacken, Schaufeln, Helme und sogar Arm- und Beinschienen zu fertigen. Allerdings fertigen sie, ebenso wie die Kirneten, auch nur Hämmer und Äxte als Waffen. Alte Traditionen werden nunmal nur selten abgelegt. Die Bergbaumeister haben ein gutes Geschick im Auffinden von neuen Erzadern entwickelt, und ihre Stollenbaukunst findet sicherlich auch bei den Zwergen gewisse Achtung. Sie unterweisen einen jeden Angehörigen des Stammes in der Kunst des Bergbaus, so dass die Gerdoren nicht nur gefürchtete Krieger, sondern auch gute Bergarbeiter sind. Die Schamanen der Gerdoren sind immer männlich. Sie halten die Traditionen aufrecht, bereiten die Toten auf die letzte Reise vor, beschützen die Sippe vor Geistern und Dämonen, fragen die Oduuhn und die Toten um Rat und behandeln allerlei Krankheiten und Wunden. Mit ihren schamanistischen Kräften weihen sie so manche Kriegerwaffe und stärken die Kräfte der Krieger. Sie bringen den Feinden bei, was es bedeutet, Angst zu haben. Die Schamanen werden jeweils von den besten Kämpfern der Sippe beschützt, den Dhuuro-Dhuun, den Tierkriegern. Diese haben meist den gleichen Oduuhn erwählt, wie der Schamane selbst. Auch Gerber, Holzbearbeiter, Schnapsbrenner und Seilmacher versehen tagtäglich ihren Dienst zum Wohle der Gemeinschaft. Vor allem der Holzbearbeiter und der Seilmacher sind für den Erhalt der Wohnstätten mitverantwortlich, denn ohne ihre Künste wären schon so manche Stollen eingebrochen. Der Gerber bereitet das Leder für die Kleidung und für die sonstigen Gegenstände des täglichen Gebrauchs der Sippe her. Die Gerdoren tragen robuste Lederkleidung, welche aus der Haut der Bergziegen, die auch die Hauptnahrungsquelle der Gerdoren darstellen, gefertigt wird. Ihre Bewaffnung besteht aus Äxten, Hämmern und Speeren. Desweiteren tragen sie meist metallene Arm- und Beinschienen, Helme, verziert mit den Hörnern der Bergziegen, mit Metallplatten verstärkte Lederjacken und die jüngeren Kämpfer zumeist Rundschilde. Die Traditionen verlangen es, dass die verstorbenen Sippenmitglieder auf einem Pfahlbett aufgebahrt werden und dann nach Ablauf eines Tages und einer Nacht mitsamt ihren Waffen, der Kleidung und dem Pfahlbett verbrannt werden. Einzig die kostbaren Metallwaffen werden nicht verbrannt. Feinde, welche gut gekämpft haben, werden verbrannt, andere, welche feige und hinterhältig waren, werden den wilden Aasfressern überlassen. Die Gerdoren verehren, ebenso wie die Kirneten, die Oduuhn. Die Angehörigen des Stammes der Gerdoren sind zwischen 1,70m und 2,10m groß, wiegen um die 95kg, haben blaue bis graue Augen und blonde bis braune Haare. Die maximale Lebenserwartung liegt bei 60 Jahren, jedoch erreicht auch bei den Gerdoren kaum jemand dieses Alter." Der Glaube der Gerdoren (in Kurzfassung):
© Text: Thorsten Huster | Foto: Andrea Lopatta / Pixelio |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||




