HOME arrow GLAUBE arrow Die Kirchen arrow Kirche Vashankas arrow Orden der Vashankakirche
Orden der Vashankakirche PDF Drucken E-Mail
Orden der Vashankakirche
Der Orden des Blutes ist der älteste Orden der Vashankakirche. Von Vashanka selbst im Zeitalter der Götter gegründet, als die Götter noch auf der Erde wandelten, hat er seit jener Zeit sein erstes Ordenshaus, die Blutabtei, im heutigen Dunkeltann in der Mark Nordwacht. Das Oberhaupt des Ordens trägt den Titel des Blutwahrers.

Tief im Gebäudekomplex der Abtei verborgen, ruht ein großer Schatz, wie man sich erzählt, welcher in der roten Gruft aufbewahrt wird, und zu dem nur geweihte Priester des Ordens Zugang haben. Dieser Teil des Gebäudekomplexes soll selbst in den von den Dämonenfürsten beherrschten Zeitaltern nie von den Mächten des Zwielichts eingenommen oder betreten worden sein, so dass der Schatz noch heute dort ruht.

Im Zeitalter des Argarth, als die kriegerischen und gierigen Horden das Land verheerten, zogen sich die letzten verbliebenen Mitglieder des geistlichen Standes in die rote Gruft zurück, um das Kleinod durch das höchste Opfer, das sie Vashanka zu geben vermochten, vor dem Zugriff der feindlichen Kräfte zu bewahren. Erst , als vor etwas über viertausend Jahren die Armee des Lichts unter dem heiligen Thorim den Kampf wider Argarth aufnahm, wurde sie wieder geöffnet.

Im ehemaligen Imperium des Norden, der heutigen Mark Nordwacht, hatte der Orden großen Einfluss, und der Glaube an Vashanka war selbst im einfachen Volk weit verbreitet. Daher war es auch der Orden, der nach der Ermordung des Herrschers seine Tochter versteckte und im Glauben unterwies, um dann mit ihr, der heiligen Sigrún, den Ursupator zu richten. Von Nordwacht aus zog die Streitmacht im Jahre 1 v. NO alsbald gegen die unlebenden Horden Vulgons in die Schlacht. - eine Schlacht, in der man unterlag, und der Orden große Verluste hinnehmen musste.

Nach dem Sieg Lord Nurbicons, der im Krieg gegen Vulgon und Drugor durch den Orden tatkräftig unterstützt wurde, widmete sich der Orden des Blutes in den darauffolgenden Jahren in erster Linie der Ausbildung neuer Novizen. Außerhalb der Mark Nordwacht schon früher nicht mit Tempeln und Ordenshäusern präsent, trifft man erst in den letzten Jahren auf die ersten Geistlichen des Ordens, die von der Blutabtei aus in die Welt entsandt werden.


Das Zeitalter der Völker neigte sich schon seinem Ende zu, als der Zwerg Tindur tief unter den Düsterzinnen die Offenbarungen des Vashanka fand, eingraviert auf einer unter einem Lavastrom verborgenen Eisplatte. Wenige Jahre später war in dem Gebirge ein wehrhaftes Kloster erbaut worden, in dem Geistliche aus der Blutabtei mit dem Studium der Offenbarungen begannen und alsbald den Orden der Offenbarungen gründeten. Tindur, der Finder der Tafeln, wurde das erste Oberhaupt des Ordens, das den Titel des Blutlehrers trägt.

Im Zeitalter des Argarth fiel Tindur bei der Verteidigung der äußeren Befestigungsanlagen der Zwergenbinge, an der sich der Orden beteiligte. Die Eroberung und Plünderung des Reiches unter dem Berg vermochten sie aber abzuwenden, so dass noch im selben Jahr auch das Kloster selbst von den unheiligen Horden angegriffen wurde. Der Nachfolger Tindurs als Blutlehrer, Thagut sein Name, umrundete in jenen Tagen, aus unzähligen Wunden blutend ,das Kloster und erschuf so einen Blutkreis. Damit bewahrte er das Kloster vor Eroberung und Vernichtung, das so die kommenden dunklen Zeitalter überdauerte. Der heilige Thagut erlag noch am selben Tag seinen Verletzungen, das Kloster wurde nur wenig später nach ihm benannt.

Durch diesen, scheinbar bis in die heutige Zeit hinein reichenden Schutz, ist die Bibliothek mit dem gesammelten Wissen der Jahrtausende bis zur heutigen Zeit erhalten geblieben und beinhaltet die umfangreichste Sammlung an Schriftstücken innerhalb der Reichsgrenzen. Die Bibliothek ist von einem solchen Umfang, dass niemand alle Inhalte kennt, die dort verborgen sind, da ein Verzeichnis aller Schriften nicht existiert oder verloren gegangen ist. Einzig die Mitglieder des Ordens haben uneingeschränkten Zugang zu den Räumlichkeiten, doch mit Genehmigung des Blutlehrers ist auch anderen Geistlichen der Vashankakirche und Angehörigen der Ceomekirche das Studium erlaubt. Nur sehr selten wird anderen Personen Zugang gewährt.

Das Kloster Thagut gilt nicht nur als ein Ort der Gelehrsamkeit im ansonsten eher emotional geprägten Umfeld der Vashankakirche, sondern auch als zentrales Ordenshaus für viele der im Reich ansässigen Tempelherren, denn gerade in der Seelsorge und der Betreuung der Gemeinden hat sich der Orden hervorgetan. Besonders in den kleinen Dörfern und Tempeln ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf Geistliche des Ordens der Offenbarungen zu treffen. Dort sind diese es auch meist, die über die Ereignisse Berichte verfassen und sie zur Archivierung ins Ordenshaus senden.


Der jüngste der drei Orden der Vashankakirche ist der Orden der Schlacht, welcher im Jahre 2029 v. NO von "Rotbart", dem heiligen Xandros, in Rotweiler gegründet wurde. Dort steht auch die wichtigste Abtei des Ordens, während der Sitz des Oberhauptes, welcher den Titel Blutwüter führt, sich in heutiger Zeit vornehmlich im Roten Tempel in Amhas befindet. Auch wegen seiner sich überwiegend in den großen Städten wie Amhas, Dualdon und Flussstadt befindlichen Tempel gilt er als der weltlichste Orden der Vashankakirche.

Im Zeitalter der Spaltung, als das Imperium von Ramar an seinen Grenzen immer größere Gebiete an die eindringenden Kreaturen des Zwielichts verlor, stürmte ein Orkenzug über die heutige Mark Herrnhein in das damalige Herzogtum Dorlóniæ und verwüstete das Land. In Amhas vereinigte Xandros die Flüchtlinge unter dem schwarzroten Banner zu einer Streitmacht, der es gelang, die Orks vor den Mauern der Stadt vernichtend zu schlagen. Alle weltlichen Titel und Besitztümer ablehnend, widmete er sein Leben Vashanka und gründete wenige Götterläufe nach dem Sieg über das Orkengezücht den Orden der Schlacht.

Die sterblichen Überreste sind aufgrund einer alten Überlieferung nicht, wie sonst in Dorlónien üblich, verbrannt worden, sondern ruhen einbalsamiert in der Krypta des Roten Tempels in Amhas. In der Legende aus längst vergangenen Tagen wird prophezeit, dass Xandros Seele im Zeitalter des Kampfes, wenn die Welt wieder droht, von den Kreaturen des Zwielichts überrannt zu werden, von Vashanka zurückgesandt wird. Dann wird "Rotbart" wieder auferstehen und die Heere des Lichts in eine siegreiche Schlacht führen.

So gilt der Klerus des Ordens der Schlacht heute als der am stärksten vom kämpferischen Geist beseelte Teil der Vashankakirche, und bei der Ausbildung der Novizen gilt ein besonderes Augenmerk der Ausbildung im Kriegshandwerk. Ausgehend von Xandros als bis in unsere heutigen Tage vom einfachen Volk verehrten Helden, ist auch der Orden im Volk recht beliebt. Zwar in erster Linie auf die Gegenden um Amhas und auf die größeren Städte beschränkt, ist ihr Wirken doch sehr an den Bedürfnissen des Volkes, vom Adel bis zum Knecht, orientiert. Aus den Reihen des Ordens der Schlacht stammt auch das derzeitige Oberhaupt der gesamten Vashankakirche, welcher den Titel des Blutrichters trägt.

© Text: Hagen Hoppe | Foto: Templermeister / Pixelio