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Die Häresiologie des wahren Glaubens PDF Drucken E-Mail
Die Häresiologie des wahren Glaubens
Heute, am 20. Tag im Mond des Wolfes im Jahre 12 nach Neuer Ordnung, ward die Häresiologie als niedergeschriebene Sammlung der Irrlehren und häretischen Praktiken, autorisiert von den Kirchen Leylindas, Taphanors, Vashankas und Ceomes, in Dualdon verkündet. Möge sie dem Rechtgläubigen ermöglichen, die wahre Häresie zu erkennen und ihrem Blendwerk zu widerstehen. Möge sie allen Geistlichen und Gläubigen auch in ihrem Kampf wider der Häresie als Einfallstor des Zwielichts und damit des Willens der Dämonenfürsten in unsere Welt hilfreich sein. Nicht zuletzt sei diese Häresiologie zur Anwendung der Diener des Glaubens gedacht, welche in der Inquisition des Reiches Dorlónien die Völker vor den Auswüchsen des Widergöttlichen beschützen.

Nicht alles, das im gemeinen Volk als Häresie bezeichnet ward, ist häretisch. Es ward unterschieden in irrige theologische Angelegenheiten, Meinungen nahe der Häresie und in die eigentliche Häresie.

Im festen Wissen um die Wahrheit unseres Glaubens und die Existenz der Götter, welche in der Geschichte beschrieben und in der Anwendung unseres Glaubens und unseren tiefen Gebeten täglich erlebt werden, weiß der Rechtgläubige, wem er Liebe, Verehrung und Dienst schuldig ist. Doch gibt es Völker, welche die Götter nicht unter ihrem wahren und altüberlieferten Namen ansprechen und ihnen unter anderen Bezeichnungen huldigen. Diese sind keine Häretiker, denn sie beten zu den Göttern und stehen ebenfalls wider die Mächte des Zwielichts. Es gibt Völker, welche vermeintlich andere Götter anbeten und selbst einen Gott als zwei Götter ansehen und den Göttern auf solche Art huldigen. Diese sind ebenfalls keine Häretiker, denn sie beten zu den Göttern und stehen ebenfalls wider die Mächte des Zwielichts.

Daher sei offenbart, dass jeder, der die Götter verehrt, in welcher Gestalt und unter welchem Namen dies auch immer sei, kein Häretiker ist, sondern lediglich eine irrige theologische Angelegenheit vertritt. Spätestens, wenn diese Völker vor dem eisigen Thron Vashankas stehen, werden sie die Wahrheit unserer Worte erkennen.

Jedoch sei jedem Rechtgläubigen gewahr, dass die irrigen theologischen Angelegenheiten zu häretischen Schlussfolgerungen zu führen vermögen. Fest im Glauben an die großen Vier vermag uns kein Dämonenfürst als vermeintlicher Gott verführen, doch so Götter unter fremden Namen und in größerer Zahl verehrt werden, so sei die Gefahr festgestellt, dass ein Dämonenfürst sich als Gott, welcher Böses im Sinn hat, gottgleich verehren lässt. Es sei jedem Rechtgläubigen angeraten, dies zu prüfen, denn wer einem Dämonenfürsten als Gott huldigt, der huldigt dem Zwielicht.

Der Rechtgläubige weiß um die Götter, denn keinen Zweifel über ihre Existenz lässt ihr Wirken zu. Doch gibt es Lebende, welche die Existenz der Götter wider jeden Beweises in Zweifel stellen oder gar leugnen, weil sie niemandem zu Dienste sein wollen, welchen sie nicht persönlich kennen. Ebenso gibt es Völker, welche keine Götter anbeten, sondern an ihrer Statt Stoffe, Materien und Körper aus ihrer Umwelt, ihrer Umgebung anrufen. Dies beinhaltet auch die Anbetung von Geistern, welche sich unter Leylindas gütigem Auge der Natur gewidmet haben. Wer jedoch Elemente und Geister der Umwelt anbetet, der betet auch die Götter an, wenngleich diesen Völkern dies nicht gewahr ist.

Jene, welche die Götter leugnen oder an der Götter Statt Stoffe, Materien und Körper aus der Schöpfung Leylindas anbeten, sind keine Häretiker, wenngleich sie eine Meinung nahe der Häresie vertreten. Wer seinen Glauben, sei es der Glaube an die Nichtexistenz von Gottheiten als auch der Glaube an andere stoffliche Mächte, unbewusst in die Dienste der Götter stellt, der wird nach seinem Tode die Wahrheit erkennen.

Jedem Gläubigen der einzigen wahren Götter sei jedoch angeraten, die Meinungen nahe der Häresie mit Sorge und Misstrauen zu betrachten, denn wer nicht den Göttern huldigt, ist leichter durch das Zwielicht zu verführen. Gerade jene, welche die Götter verleugnen, vermögen oft die Dämonenfürsten als Wesen zum Schaden der Völker nicht zu erkennen, und in Unkenntnis der Wahrheit und des Fehlens der richtungsweisenden, göttlichen Gebote geben sie sich leicht dem Dienst am Zwielicht hin.

Wir als Rechtgläubige wissen um die Herrlichkeit der Götter und sehnen ihre Rückkehr herbei, um ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit und Wahrheit auf einer vom Zwielicht befreiten Welt führen zu können. Wer jedoch dieses Zeitalter zu hindern sucht, wer sich dem Zwielicht und seinen Verführungen hingibt, wer sein Denken, Reden und Handeln in die Dienste der Dämonenfürsten stellt, ist der Häresie schuldig. Zum Schutze aller freien Völker und aller Gläubigen sind jene, die den dämonischen Kräften auf dieser und in anderen Welten dienen, durch die Kirchen und alle Rechtgläubigen zu bekämpfen. Durch sie wird das Verderben über die Völker und alle Lebenden kommen, wenn man der Häresie und damit ihnen nicht Einhalt gebietet.

Aus diesem Grund sei jeder Rechtgläubige aufgerufen, die Häresie an jedem Tag seines Lebens und an jedem Ort zu bekämpfen, auf dass das Vorbild der Häretiker nicht andere Lebende unter Anpreisung des Blendwerks der Dämonenfürsten in das Zwielicht zieht und die Götter und damit jeden Gläubigen und jeden dem Licht folgenden Lebenden zu Schaden ist.

© Text: Hagen Hoppe | Foto: Hagen Hoppe